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CRUISER MIT CHARISMA

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CRUISER MIT CHARISMA

Von der Grösse her ein Kompromiss, als edles Motorboot ein Volltreffer: die Invictus 320GT steht keineswegs im Schatten der grösseren Schwester, dem Flagschiff 370GT. Und gegenüber der kleineren Schwester 280GT hat sie einfach von allem noch ein bisschen mehr…

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Aller guten Dinge sind drei, so auch bei der GT-Modellreihe. Die Qual der Wahl kann man sich durch den Verwendungszweck oder ganz einfach die Grösse des Bootsplatzes erleichtern. Der 320GT fehlen lediglich drei Zentimeter bis zur Zehnmetermarke. 8.9 Meter misst die kleinere 270GT und die grosse 370GT bringt es auf 11 Meter und 40 Zentimeter. Wobei alle drei Invictus-Cruiser durchaus auch als Tender für eine Superyacht eine gute Figur machen. Man kann sie passend zur persönlichen Vorliebe (oder zum Look des Mutterschiffs) ordern: Vanilla Sea, Attack Grey, Dark Wood und Personal White nennt Christian Grande seine gekonnt abgestimmten chromatischen Konzepte, mit denen er seinen (Ent-) Würfen auch farblich ein unverwechselbares Merkmal mitgibt.

Die gewinnende DNA der Invictus-Linie ist ihr Total Look, auch der Designer selbst kommt zum Test picobello gekleidet, inklusive Tasche und Sneakers mit Invictus-Logo. Christian Grande ist der lebende Beweis für die ständige Suche nach der Perfektion. Er muss schallend lachen, als er zufällig am Steg gegenüber sein allererstes Bootsdesign entdeckt, entstanden noch während seiner Studienzeit. Eine Sessa “Key Light”, im typischen Look der Neunzigerjahre – da wird erst klar, welchen Riesensprung modernes Bootsdesign seit damals gemacht hat.

Design in Motion

So auch die Invictus 320GT, bei der wir nun die Leinen loswerfen. Steuerbordmotor auf rückwärts, kleiner Schub des Bugstrahlruders – elegant löst sich die kleine feine Luxusyacht vom Steg. Der erste Eindruck beim Anbordgehen über die Badeplattform wird vom grossen Achtercockpit geprägt. Um ihm noch mehr Raum zu verleihen, hat Christian den Steuerstand weiter nach vorne gerückt. So gibt es ein grosszügig angeordnetes Sitzsofa in L-Form, einen abnehmbaren Cockpittisch und die üppig ausgerüstete Wetbar mit Grill, Waschbecken, Kühlschrank und Icemaker. Unter dem T-Top aus Karbon (optinal) schliessen sich die luxuriösen Fahrersitze für zwei Personen an, durch einen eleganten Glashalterteil getrennt. Hinter dem mit Leder eingefassten Steuerrad zeigen zwei Multidisplays die wichtigsten Informationen über das Boot und die Fahrt, darunter eine Reihe von Kippschaltern. Langsam drücke ich die beiden Gashebel nach vorne, die beiden Volvo Aggregate mit je 200 PS bringen uns nach einer sanften Beschleunigungsphase rasch ins Gleiten. Als Variante bietet die Werft auch einen Powertrain MerCruiser 4.2 V8 mit zwei Triebwerken zu je 270 PS an – damit wird die Yacht zur Rakete, meint Grande und lächelt verschmitzt. Die Volvo-Power genügt jedoch voll und ganz, fürs Cruisen sowieso und für spritzige Manöver gibt es noch genug Reserven. Es fährt sich majestätisch, man hat das Gefühl, auf einer wesentlich grösseren Yacht zu sein, souverän zieht die Invictus durch die Wellen und durch die Kurven. Der Fahrersitz bekommt für seine Bequemlichkeit und Verstellbarkeit glatte Bestnoten und steigert das Fahrvergnügen noch mehr. Wer jetzt noch nach Höchstgeschwindigkeit und Drehmomenten fragt, ist definitiv auf dem falschen Dampfer. Schnell genug fürs Inselhopping in Style ist sie auf alle Fälle…

Schönes braucht Zeit

Grande sieht dieses Modell als typisches Holiday-Boot: man verbringt den ganzen Tag im Freien, übernachtet in Traumbuchten oder steuert abends einen angesagten Yachthafen an und lässt sich bewundern. Spätestens wenn die schicken Kissenfender im Lederlook und mit eingesticktem Logo an der Bordwand hängen, ist das Gesamtbild perfekt. Der Bug mit dem typischen Grande-Knick wie eine moderne Skulptur, das Sonnendach mit etwas markigem SUV-Touch, die gestickten Polster und das unaufdringliche, doch immer präsente Branding tun ihr Weiteres, um Begehrlichkeiten und Kaufwünsche auszulösen. Wer jedoch die Invictus 280GT, den bisherigen Verkaufsschlager, in Auftrag gibt, muss sich mit Geduld wappnen: ein Jahr lang wird dessen Produktion zugunsten der grösseren 320GT ausgesetzt. “Unsere Herstellung ist ziemlich aufwendig und komplex,” erkärt Grande diesen Umstand, ”wir können einfach nicht alle Modelle parallel nebeneinander herstellen. Zur Qualitätssicherung konzentrieren wir uns deshalb nur auf ausgewählte Modelle.” Die Fertigung wird auch durch die vielen Personalisierungoptionen nicht gerade vereinfacht – eine Invictus braucht eben ihre Zeit. 

Dafür bekommt man ja auch etwas richtig Schönes geliefert. Selbst der Gang unter Deck lässt einem ins Schwärmen geraten. Hier ist das Interieur nicht nur Pflicht, sondern Kür und Teil des Gesamtkonzepts. Mittschiffs befindet sich die Eignerkabine mit einem grossen Doppelbett. Vier Kombinationsmöglichkeiten mit diversen Kabinenlayouts sind möglich. Bei dieser Eigner- version sieht die Bugkabine so aus: Ein Sofa, prächtig verpackter Stauraum im Schrankformat, Bad mit Waschbereich und Dusche – hier lässt es sich leben. Auch hier ein Doppelbett? Der Trick: Das stilvolle Sofa verwandelt sich dank einer massgefertigten Aufblasmatraze in ein Zweierbett. Geschirr und Besteck bekommen ihre eigenen Fächer und Schubladen. Ordnung muss sein, wenn der Platz beschränkt ist. “Details machen Design aus,” meint Christian Grande bescheiden. 

Wer seine Yacht noch mehr personalisieren möchte, wird im Invictus Atelier fündig. Hier stehen mehr Farben (selbst für den Rumpf) und Kombinationen zur Auswahl, die geschickten Hände der italienischen Manufaktur können so ziemlich jeden Wunsch erfüllen. Wie wäre es z.B mit massgeschneiderter Invictus-Leinenbettwäsche?

Sonne satt

Natürlich ist die 320GT ein perfektes Sonnscheinboot – Vorschiff und Cockpit können mit optionalen Sonnensegeln und Karbonstangen geschützt werden. Aber wie es aussieht, ist sie nicht nur für Schönwetter-Skipper gemacht. Grande hat schon so einige erfolgreiche Yachtkonzepte vom RIB bis zur Superyacht abgeliefert, er versteht also etwas vom Leben auf dem Wasser. 

Und er sieht sich als “Uomo di Mare”, als Mann des Meeres. Dafür sprechen auch die klug angeordneten Handläufe und Haltemöglichkeiten – elegant in (Kunst-) Leder eingefasst, dort wo sie im Sichtbereich der Aufenthaltszonen liegen. Oder der geschickt platzierte Bootshaken, ein zugegeben visuell eher unattraktives Objekt, aber immerhin an einem sicheren Platz und schnell zur Hand. Eine weitere Grande-Spezialität sind umklappbare Rückenstützen, mit denen Sitz- zu Liegeflächen umfunktioniert werden können. Hier hat er es zu einer wahren Meisterlichkeit gebracht, speziell bei den kleineren Modellen kommen diese Multifunktionen bestens zum Einsatz. Bei der Invictus 320GT kann man auf dem Vorschiff wahlweise Anlehnen oder Liegen oder sich auf der Liegefläche im Achterschiff räkeln. Durch das Umklappen der Sitzbank vergrössert sich die Räkelfläche zusätzlich. 

Auf der Backbordseite gibt ein Durchgang den Zutritt zur grossen Badeplattform frei, mit Badeleiter und Warm-/Kaltwasserdusche fehlt es hier an nichts fürs Badevergnügen. Beim Fotografieren der Invictus 320GT in Action fällt mir auf, wie verführerisch sie aussieht und wie gut sie im Wasser liegt. Beim Zurückfahren zu Nautica Bertelli am Iseo-See nehme ich dann doch noch ein paar Informationen für unsere technisch interessierten Leser auf. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 Knoten und zum Cruisen empfiehlt sich der Bereich zwischen 23 und 26 Knoten, je nach Wellenbild. 

Bei der familiengeführten Werft Bertelli kümmert man sich übrigens auch um potentielle Käufer aus der Schweiz. Hingehen und Probefahren lohnen sich, auch das Restaurant gleich nebenan ist einen Besuch Wert…

 

www.nauticabertelli.it

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