Bobby Schenk stiftet Kap Horn Award an Trans-Ocean e.V.

Blauwasser-Cruising

20/11/2023 - 12:20

Das historische Segelfrachtschiff Peking im Hamburger Hafen bot den perfekten Rahmen für das Treffen der Mitglieder der Preis-Jury und den Preisstiftern des Trans-Ocean e.V. Schließlich unternahm die motorlose Viermastbark 34 Reisen um Kap Hoorn. Eine davon hatte der amerikanische Schriftsteller und Segler Irving Johnson 1929 miterlebt. Das daraus entstandene Buch „The Peking Battles Cape Horn“ zählt heute zu den Klassikern der Seefahrtsliteratur und auch die letzte Reise der Peking als Frachtschiff unter der Reedereiflagge von F. Laeisz führte das Schiff 1931/1932 noch einmal um das sturmtobende Kap.


„Ein perfektes Ambiente, die Ehrungen für Segler der Neuzeit zu besprechen“, freute sich Marcus Warnke, Vorsitzender des Trans-Ocean. Und für Bobby Schenk genau der richtige Ort, um den von ihm gestifteten „Bobby Schenk Kap Horn Award“ an den Verein und die Jury zu übergeben. Ein Name mit Programmansage. Der mehrfache Weltumsegler und Kap-Hoorn-Bezwinger Bobby Schenk hatte den imposanten Preis dazu eigens nach Hamburg mitgebracht: Fast einen halben Meter ist er hoch, wiegt beinahe zehn Kilo und Bildhauer Ernst Grünwald hat ihn unter Schenks Regie mit bemerkenswerten Details geschmückt. Majestätisch gleitet ein Albatros wachsam durch einen, als Ring stilisierten Breitengrad. Ein Relief im unteren Teil dieses Kreises zeigt die südliche Ansicht der Inseln um Kap Hoorn. „Mancher mag bemerken, dass das Kap Hoorn so einen friedlichen Eindruck macht“, erklärte Schenk und ergänzte, „das ist Absicht. Denn genau so haben wir es nach acht Wochen auf See beim Morgenlicht erlebt.“


Wer das Relief aus dieser Perspektive wiedererkennt, kommt für eine Nominierung in Frage. Die Umrundung des Kap Hoorn muss ohne Unterbrechung zwischen den Punkten Rio Grande und den Inseln südlich der Magellanstraße erfolgen. Das bedeutet, 54°30’ Süd auf der einen Seite Südamerikas und 54°30’ Süd auf der anderen Seite des Kontinents. Dazwischen steht, wie beim Trans-Ocean-Verein üblich, die Herausforderung Hochseesegeln im Fokus: Für die etwa 450 Seemeilen lange Strecke ist Küstensegeln im Schutze der Inselwelt in den Vergaberichtlinien daher ausgeschlossen. Auch Schiffe in der Größe einer Peking hätten keine Chance auf die Auszeichnung: Die Obergrenze für die Vergabe beträgt 80 Fuß, etwas über 24 Meter. Der Preis stellt Demut über Superlative. So legt Stifter Schenk fest: Nominierte mit kleineren Booten, kleineren Crews, einer älteren Besatzung oder mit schwierigeren Bedingungen sind bei der Vergabe des Preises bevorzugt zu berücksichtigen.
Der „Bobby Schenk Kap Horn Award“ wird zudem ganz bewusst als Wanderpreis an internationale Segler vergeben. „Trans-Ocean versteht sich als weltoffen und wir würdigen individuelle Leistungen. Auf See stehen sich Seeleute unabhängig von Nationalitäten bei. Dies soll auch für die Würdigung von Leistungen gelten“, führt Marcus Warnke aus. Eine Mitgliedschaft im Trans-Ocean ist für die Ehrung ebenfalls nicht erforderlich.
Der Weltumsegler, Autor und für sein Lebenswerk selbst mit einem TO-Ocean-Award ausgezeichnete Bobby Schenk ist seit mehr als vierzig Jahren Mitglied im Trans-Ocean. Beim TO-Festabend am 18. November in Cuxhaven wurden wieder viele Segler und Seglerinnen für ihre Leistungen ausgezeichnet. Bobby Schenk hat in diesem Rahmen die erste Übergabe des neu gestifteten Preises persönlich vorgenommen.

 
Künstler und Skulptur
Bildhauer Ernst Grünwald (Jahrgang 1956) ist in München geboren. Studiert hat er Bildhauerei an der Münchener Kunstakademie bei Professor Erich Koch.
Symbol Albatros: Der Albatros gilt bis heute für Seeleute als Symbol der südlichen Polarmeerregion. Die Vögel begleiteten Frachtschiffe oft tagelang und wurden von den Seeleuten auch als Kap-Hoorn-Schafe bezeichnet.
Symbol Ring: Auf beiden Seiten des Ringes oberhalb der Kap-Hoorn-Insel-Darstellung befindet sich der Breitengrad 54°30’ Süd. Südlich dieses Breitengrades darf für die Qualifizierung zum Award nicht mehr angehalten werden.
Die Koordinaten auf dem Inselrelief markieren den südlichsten Zipfel der Kap Hoorn-Insel.
 
Zur Person Bobby Schenk (bobbyschenk.de)
Bobby Schenk, seit über fünf Jahrzehnten eine Ikone in der deutschen Weltumseglerszene. Seit seiner ersten Weltumsegelung (1967) entwickelte sich Schenk schnell zu einem der erfahrensten Hochseesegler seiner Generation. Er verband anschließend seine professionelle Laufbahn als Jurist stets mit der unermüdlichen Leidenschaft für das Segeln. Mit großer Präzision und praktischem Know-how aus dem Leben unter Segeln gelten viele seiner Fachbücher und Reisebeschreibungen bis heute als vielzitierte Quellen zum Fahrtensegeln. Sein umfassendes Wissen und seine Erfahrungen teilt der Autor auch in Seminaren und Vorträgen, sowie auf seiner Website, auf der er neben wertvollen Ratschlägen auch die Stimmen vieler anderer Langfahrtsegler darstellt. Bobby Schenk wurde selbst vom Trans-Ocean mit der Trans-Ocean-Medaille (1974) und 2022 mit dem Ocean-Award für sein Lebenswerk und seine Rolle in der Fahrtenseglerszene ausgezeichnet.
 
Trans-Ocean, Verein zur Förderung des Hochseesegelns e.V. (trans-ocean.org)
Der Trans-Ocean e.V. (kurz TO) widmet sich seit seiner Gründung 1968 der Förderung des Hochseesegelns. Mit einem Netzwerk aus rund 180 Stützpunkten weltweit bietet er Anlaufstellen und Hilfe für aktuell über 500 Yachten auf Langfahrt. Der Verein hat mehr als 4.700 Mitglieder und ist eine lebendige Gemeinschaft aus Blauwasserseglern Sportliches Hochseesegeln steht ebenfalls im Fokus des Vereins: Aktuell sind beispielsweise die Mitglieder Boris Hermann, Lisa Berger, Melwin Fink und Lennart Burke auf unterschiedlichen Transatlantikregatten unterwegs.
 
Trans-Ocean Preisverleihung
Jährlich werden durch die Jury des Trans-Ocean herausragende seglerische Leistungen und Personen aus dem maritimen Umfeld in verschiedenen international anerkannten Preiskategorien gewürdigt. Die höchste Auszeichnung dabei ist der Trans-Ocean-Preis. Er wird jedes Jahr im Rahmen einer Festveranstaltung in den Cuxhavener HAPAG-Hallen übergeben. Die Verleihung wird auch live im Internet übertragen. Der Trans-Ocean-Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Segler im deutschsprachigen Raum, eine Auflistung aller Preise und der bisherigen Preisträger ist auf der Trans-Ocean Homepage (www.trans-ocean.org/preise) zu finden. Aufzeichnung des Livestreams 2022 und Übertragung 2023 erfolgen auf www.youtube.com/@trans-ocean.

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