Die Centenary Trophy des Gstaad Yacht Club ist zurück

Sport

20/09/2022 - 14:20
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2011 rief der Gstaad Yacht Club eine in ihrer Art einzigartige Regatta ins Leben, die Booten vorbehalten ist, die hundert oder mehr Jahre alt sind. Im Laufe der Jahre hat die Centenary Trophy einige der schönsten und leistungsstärksten klassischen Yachten aus dem vergangenen Jahrhundert versammelt.

 
Nach einer äußerst erfolgreichen 10. Jubiläumsausgabe im Jahr 2021 wird die Veranstaltung in diesem Jahr mit der üblichen Mischung aus Liebhabern und Neueinsteigern fortgesetzt, da immer mehr Yachten hundert Jahre alt werden.


Zu den Neulingen gehört die winzige Marconi Sloop Dainty (1922), das erste der Sunbeam-Einheitsboote, die auf der Werft Woodnutt & Co. auf der Isle of Wight nach einem Plan des Briten Alfred Wesmacott gebaut wurden. Daher auch die Segelnummer V1. Die genaue Anzahl der produzierten Sunbeams wurde nie ermittelt, aber viele von ihnen sind heute noch im Wettbewerb, und insbesondere die Dainty hat an Hunderten von Regatten teilgenommen und dabei oft sehr gut abgeschnitten, obwohl sie die kleinste Yacht der Flotte war. Ihre Schönheit und ihre Leistungen wurden auch in dem Buch "The Brilliance of Sunbeams" von Peter Nicholson gewürdigt. 


Ein weiterer Neuzugang bei der diesjährigen Centenary Trophy ist die WIKI, eine Marconi-Ketsch, die 1920 in Kiel von dem bekannten deutschen Schiffbauingenieur Harry Wustrau entworfen wurde und eine recht eigenartige Geschichte und ehrgeizige Pläne für die Zukunft hat. Sie ist eine der ganz wenigen deutschen Holzyachten ihres Alters und ihrer Tonnage, die den Zweiten Weltkrieg überlebt haben und noch segeln. Sie wurde ursprünglich für Otto Erdmann, der selbst Ingenieur und Schiffbauingenieur war, in Auftrag gegeben und von den Deutschen Werken in Kiel gebaut. Im Jahr 1984 wurde sie von ihrem jetzigen Besitzer Tom Woods, einem damals 33-jährigen amerikanischen Filmemacher, gekauft, nachdem er sie im Hafen entdeckt hatte. In den letzten 38 Jahren ist die WIKI ununterbrochen im Mittelmeer und auf dem Atlantik unterwegs gewesen. Die WIKI steht kurz vor einer dreijährigen Reise zur Unterstützung der multimedialen Initiative HELP Save The Med, die im Rahmen der WIKI-Jubiläumsexpedition, die im Frühjahr 2023 in See stechen wird, alle 22 Mittelmeeranrainerstaaten anlaufen wird. 


Da sich immer mehr Boote für die 11. Ausgabe der Regatta anmelden, wird erwartet, dass die endgültige Zahl der Teilnehmer in den kommenden Tagen steigen wird. Vorjahressiegerin Olympian (1913), eine der drei Yachten der P-Klasse, die regelmäßig an den Mittelmeer-Klassikern teilnehmen, hat bestätigt, dass sie auch 2022 an der Startlinie stehen wird, um ihren Titel zu verteidigen, ebenso wie ihre Schwesterschiffe Chips (1913) und Corinthian (1905). Für die Olympian ist es die neunte Teilnahme an der GYC Centenary Trophy. "Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr wieder an der Regatta teilnehmen und unseren Titel verteidigen können. Das Format der Regatta ist wirklich schön, man kennt den Sieger, sobald man die Linie überquert hat. Das gesamte olympische Team hofft, wieder den ersten Platz zu belegen." Erklärte Philippe Oddo, der Besitzer der Olympian.


Die Centenary Trophy wird im Verfolgungsformat mit gestaffelten Starts ausgetragen und wurde vom Gstaad Yacht Club als Schlüsselevent der weltberühmten Voiles de Saint Tropez konzipiert und organisiert. Die Veranstaltung zeichnet sich durch ein eigens entwickeltes und ständig verfeinertes Handicap-System aus, das es ermöglicht, dass sehr unterschiedliche Boote in Bezug auf Größe und Rigg gleichberechtigt gegeneinander antreten können, und das sich im Laufe der Jahre als äußerst attraktiv für Segler und Publikum erwiesen hat.


"Der GYC freut sich, die 11. Centenary Trophy erneut in Partnerschaft mit der Société Nautique de Saint-Tropez während der Les Voiles de Saint-Tropez auszurichten. Wir haben im Laufe des Jahres intensiv mit der SNST zusammengearbeitet, um eine Plattform zu schaffen, auf der die 100 Jahre alten Schönheiten im seemännischen Stil und im geselligen Geist der Les Voiles antreten können. Die Regatta wird wieder im Pursuit Race-Format ausgetragen, und wir freuen uns alle auf ein enges Finish, wie wir es im letzten Jahr gesehen haben." Sagte Daniel Heine, Gstaad Yacht Club Sailing Officer.


"Ein neues Element der diesjährigen Centenary Trophy ist, dass wir dem Bürgermeister und der Stadt Saint-Tropez sehr dankbar sind, dass sie uns den Zugang zum Kino auf dem Place de Lice ermöglichen, wo wir die große Ehre haben, zwei Kurzfilme zu zeigen, einen von Bruno Trouble über die Nioularge und einen Film, der von Shirley Robertson und Tim Butt während der Centenary Trophy im letzten Jahr produziert wurde. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Schweizer Apéro für alle Segler und Freunde der Centenary Trophy des Gstaad Yacht Club statt", erklärte Heine bei der Vorstellung der diesjährigen Begleitveranstaltungen.

 
Die Trophäe, die jedes Jahr überreicht wird, ist ebenfalls über hundert Jahre alt. Sie wurde 1911, also genau 100 Jahre vor der ersten Ausgabe der Regatta, von Wakely and Wheeler aus London entworfen.

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