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40 Jahre Bavaria Yachtbau

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Der weg an die Spitze
Der weg an die Spitze

1977

Es klang wie eine verrückte Idee, basierte aber tatsächlich auf ganz nüchternen Analysen und Überlegungen. Als die Fensterbaufirma „HeHa“ der beiden Unternehmer Winfried Herrmann und Gregor Haubner im Jahre 1977 begann, auch Boote zu bauen, hatte dies handfeste Gründe. „HeHa“ war 1969 mit drei Mitarbeitern gegründet worden, schon am späteren Standort von Bavaria Yachtbau, nämlich im „Casino“ am Rande des Flugplatzes im fränkischen Giebelstadt. 1976 machte „HeHa“ bereits 18,5 Millionen D-Mark Umsatz und beschäftigte hier und in einem Zweigwerk in Berlin insgesamt 200 Mitarbeiter. Die beiden Gründer hatten ihren handwerklichen Betrieb zu einer modernen Fließbandproduktion von Kunststofffenstern ausgebaut. Auf der Erfolgswelle stellten sich die beiden auch die Frage nach einer Diversifikation ihrer Produktion – was könnte man noch alles aus Kunststoff bauen? Winfried Herrmann war, als gelegentlicher Motorbootfahrer auf dem Main, Mitglied im Bootsclub seines Heimatortes Ochsenfurt, aber sonst gab es keine direkte Verbindung zum Wassersport. Der boomte damals allerdings gerade, Kunststoff als Bootsbaumaterial hatte sich durchgesetzt, doch die Mehrzahl der Boote wurde aus dem Ausland eingeführt. Die beiden Unternehmer sahen ihre Chance.

Auf der Messe „Interboot“ im September 1977 wurden sie dann erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Die völlig neuen „Bavaria“-Yachten, zwei moderne Segelboote, die eine sieben, die andere acht Meter lang. Beide waren Backdecker mit vergleichsweise viel Platz unter Deck, ganz im Sinne des damaligen Bavaria-Mottos „schöner Wohnen auf See!“ Aber auch sonst zeigten sich die neuen Yachtbauer innovativ, führten Kundenbefragungen auf den Bootsmessen durch und bemühten sich, ihren Kunden geeignete Liegeplätze zu vermitteln. 

 

1978

Vor allem aber entsprachen die Boote dem Zeitgeschmack und waren immer etwas günstiger, als die der Konkurrenz. „Die Zeit der handgestrickten Boote ist vorbei“, befand Herrmann damals, und sein geschäftlicher Erfolg gab ihm Recht. Mit dem traditionellen Bootsbau im kleinen Schuppen hatte die Fertigung seiner Boote von Anfang an nichts gemein. Herrmann war rastloser und passionierter Rationalisierer, der auch schon in seiner Fensterfabrik die Arbeitsabläufe gerne mit der Stoppuhr kontrollierte und, wo möglich, optimierte. Das führte zu einer weiteren legendären Aussage von Herrmann: „Wir definieren die Preisgestaltung im Yachtbau neu!“ 

 

Allerdings verlor er auch niemals die Entwicklung und Verbesserung seiner Produkte, auch seiner Boote, aus den Augen. So hat die Marke Bavaria stets von den besten Designern und Beratern profitiert. Von Anfang an dabei war auch der Yachthändler und damalige Charterboot-Vermittler Josef Meltl, der viel Marktkompetenz beisteuerte und sicher auch den späteren, sehr erfolgreichen Einstieg in den Chartermarkt mit vorbereitete. 

 

1979

Schon 1979 wurde eine neue, 5000 Quadratmeter große Fabrik für den Bootsbau eingeweiht, gleichzeitig der Konstrukteur Axel Monhaupt als „Haus-Designer“ verpflichtet. Bald verließen fünf Boote pro Woche das Fließband – viel im Vergleich zu herkömmlichen Yachtwerften, wenig im Vergleich zu dem, was hier bald noch kommen sollte. 

 

1984

Zunächst gab es allerdings einen Neustart. Überraschend meldete die „HeHa“ Fensterfabrik 1984 Konkurs an – der Baubranche ging es schlecht, Hausbanken hatten Kredite gekündigt. Der Yachtbau war eine Tochtergesellschaft, wurde dann aber gerettet und neu gegründet, diesmal mit einer 50-prozentigen Beteiligung des Yachthändlers Meltl. Mit der „Bavaria 46 Holiday“ gelang ein Jahr später auch der Einstieg in den Chartermarkt. 

 

1992

Dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Ab 1992 zeichnete J&J Design aus Slowenien die neuen Modelle; das damals noch junge Designteam hatte sich bereits einen Namen für schnelle Yachten gemacht. 

 

2000

Im Jahr 2000 gelang der Einstieg in den Motorbootmarkt. Zwei Jahre später folgte die Werfterweiterung, von bisher 16.000 auf 71.000 Quadratmeter. 2000 Schiffe baute und verkaufte Bavaria mittlerweile in einem Jahr, an einem Standort in Deutschland, an dem die Mitarbeiter sogar über Tarif bezahlt wurden - und dennoch waren die Yachten preiswert. Möglich war dies dank der ausgefeilten Produktion. Beispielsweise war mit den Lieferanten vereinbart, dass etwa die Motoren unverpackt und mit fertig montiertem Getriebe an einer Andockstation angeliefert wurden. Das Auspacken sparte man sich, die Motoren wurden direkt in die Yachten gehoben und eingebaut. 

 

2007

Im Jahre 2007 wurde das lukrative und kerngesunde Unternehmen, das Investitionen immer wieder aus eigenen Mitteln ohne Bankkredite leisten konnte, für eine Rekordsumme an die Investmentfirma Bain Capital verkauft. Davon hatte auch die Belegschaft etwas: Herrmann und sein Miteigentümer Meltl stellten einen Millionenbetrag zur Verfügung, der unter den Mitarbeitern aufgeteilt wurde. Auch wurden die Yachten weiter entwickelt: Die Bavaria „Vision“-Linie wurde neu konzipiert.

 

2009

2009 übernahmen Oaktree & Anchorage das Unternehmen, gleichzeitig wurden 12 neue Modelle von Farr Yacht Design sowie BMW Designworks entwickelt. 

 

2013

Die von Firmengründer Herrmann entwickelte rationelle Fertigung ist noch immer Basis des Unternehmens, jedoch wurde diese in den letzten Jahren erheblich verfeinert, damit nun auch individuellere Kundenwünsche realisiert werden können. Im Vergleich zu früheren Modellen ist die Liste der Ausstattungsvarianten einer neuen Bavaria jetzt enorm lang, zusätzlich läuft schon seit 2013 ein Qualitätsprogramm, welches die Mitarbeiter für gute Arbeit belohnt. Damit unterscheiden sich Bavaria Yachten heute fundamental von den früheren Modellen: Individueller und mit deutlich höherem Anspruch in Bezug auf Design, Funktionalität, Komfort und Qualität. Die neue Cruiser-Linie wurde von Farr Yacht Design und Design Unlimited entworfen. 

 

2014

In diesem Jahr stieg Bavaria mit dem Ankauf des französischen Katamaran-Herstellers Nautitech auch in den Multihull-Markt ein, 2015 wurde mit der Bavaria Nautitech Open 46 der erste unter Bavaria Yachts neu entwickelte Katamaran herausgebracht. 

 

2015

Seit 1. Februar 2015 leitet der jetzige CEO Lutz Henkel das Unternehmen. 

In der Entwicklung setzt die Werft dabei wie schon immer auf die besten Profis und Konstrukteure. Robert Chaffer, zuvor 25 Jahre bei Princess, und Fabio Marcellino, zuvor 12 Jahre bei Ferretti, entwickelten neue Motorboote; der italienische Yachtdesigner Maurizio Cossutti entwarf die große Bavaria C 57 Segelyacht. 

Diese neue Generation von Bavaria Yachten bringt raffinierte und komplexe Schiffe für höchste Ansprüche hervor, Ergebnis einer langen und intensiven Entwicklung seit den ersten Bavaria Modellen. 

Der Bavaria Cruiser 46 wird mit dem Award „European Yacht of the Year“ in der Kategorie Family Cruiser ausgezeichnet.

 

2017

Bavaria Yachts ist heute der modernste Hersteller für Segelyachten, Motorboote und Katamarane weltweit. Eine Bavaria  Yacht ist das perfekte Zusammenspiel vieler Komponenten. Im Mittelpunkt: das umfassende Know-how von Bootsbau, Ingenieurskunst und Design. Heute ist es möglich, all dieses Wissen mit einem Höchstmaß an Präzision und Qualität umzusetzen. Mit besten Materialien, bester Ausrüstung, bester Handwerkskunst und engagierten Mitarbeitern entsteht etwas, das jede Bavaria ausmacht: die Freude am Yachting.

 

2018

ENGINEERING YOUR HAPPINESS - Fortsetzung folgt!