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Percy/Ekström gewinnen das Drei-Boote-Fotofinish im SSL Finale 2019

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Sieg! Für Percy/Ekström zahlte sich die Wahl der linken Kursseite aus.

Nach den sehr leichtwindigen Viertel- und Halbfinal-Rennen hat der Wind in der Nassaus Montagu Bucht am „ super Samstag" pünktlich zum Finale zugelegt und den vier teilnehmenden Mannschaften beste Bedingungen für den letzten mit Spannung erwarteten Schlagabtausch im SSL Finale 2019 beschert. Im Traumrevier der Behamas wurden die „Stars der Segelwelt" ermittelt.

Während sowohl im Viertel- und als auch im Halbfinale die führenden Boote der Flotte im Verlauf der Rennen enteilen und ihren Vorsprung bis ins Ziel sogar noch ausbauen konnten, verlief das Finale ganz anders.

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Der für das Finale gesetzte Vorrundensieger Mateusz Kusznierwicz (Polen) und sein brasilianischer Vorschoter Bruno Prada verloren zwar schon auf der ersten Kreuz den Anschluss an ihre Gegner, doch die drei anderen Teams schenkten sich bis ins Ziel keinen Millimeter. An der Luvmarke hatten zunächst der Norweger Eivind Melleby und sein US-Vorschoter Josh Revkin die Führung vor den Franzosen Xavier Rohart und Pierre-Alexis Ponsot und dem britisch.schwedischen Duo Iain Percy und Anders Ekström übernommen. Als die drei Top-Boote auf dem ersten Vorwind-Abschnitt in zunehmend leichtere Winde segelten, konnten Kusznierewicz/Prada aber zunächst wieder Boden gutmachen. Während jedoch das Spitzentrio die linke Tonne des Leetors rundeten, wählten Kusznierewicz/Prada die rechte Seite. Auf halber Strrecke der zweiten Kreuz lagen alle vier Teams wieder gleichauf.

Für Percy/Ekström zahlte sich die Wahl der linken Kursseite aus. Der Brite und der Schwede konnten sich bis zur Top-Marke sich eine knappe Führung vor den Verfolgern Rohart/Ponsot und Melleby/Revkin erarbeiten. Wie die Franzosen halsten auch Percy/Ekström früh, doch als die Winde wieder abnahmen, wurden Melleby/Revkin in ihrem eigenen Windfeld plötzlich wieder zur Bedrohung. Gleichauf und heftig pumpend, näherten sich die drei Boote schließlich der Ziellinie. Zunächst erschien es so, als hätten sich Rohart/Ponsot im Thriller-Finale durchsetzen können, doch den Sieg sicherten sich Iain Percy und Anders Ekström. Die Olympia-Legenden wurden am Samstagabend zu SSL Final-Champions gekürt und sind die neuen „Stars der Segelwelt 2019".

„Es war knapper als wir es uns gewünscht haben, aber aufregend", sagte der glückliche Iain Percy nach dem Finale, „im Ziel kann zwischen allen drei Booten nicht mehr als ein Meter gewesen sein. Das ist es, worum es geht. Es ist einfach phänomenal. Du arbeitest immer hart und manchmal geht es dann so aus wie heute für uns."

Anders Ekström, Starboot-Weltmeister von 2004 und olympischer Bronzemedaillengewinner mit Freddy Lööf, sagte: „Ich bin überrascht, aber Iain ist ein großartiger Segler. Ich hatte gehofft, dass es hier für uns gut läuft, aber nicht so gut! Wir sind es Rennen für Rennen angegangen. So muss man es einfach machen. Wir sind super glücklich."

Xavier Rohart erwies sich als fairer Verlierer nach der schmerzlich knappen Niederlage und sagte: „Am Ende ging es ums Pumpen – erst Iain, dann wir, dann Iain, dann wir. Und beim letzten Mal hatte ich nichts mehr im Groß..."

Viertel- und Halbfinale

Der Finaltag hatte am Morgen mit leichten Sorgen begonnen, denn die glatte See und die flauen Winde hatten eine mögliche Absage der Rennen signalisiert. Doch dann erlöste eine nordöstliche Brise mit sechs Knoten Wind Teilnehmer und Wettfahrtleitung. Der Kurs konnte in Nassaus Montagu Bucht gelegt werden.

Für das Viertelfinale hatten sich die in der Vorrunde auf den Rängen drei bis zehn platzierten Teams qualifiziert. Der beste Start gelang Rohart/Ponsot, deren Bug von der Linie geradezu nach vorne sprang. Die Flotte verteilte sich – gleichmäßig aufgeteilt – auf die linke und rechte Kursseite. Die Franzosen erreichten die Luvtonne zwar als erste, jedoch mit wenig Fahrt im Boot. Sie wurden vom britisch-deutschen Duo Lorenzo Chiavarini/Kilian Weise überrollt. Die beiden erst 25 Jahre alten Segler bauten danach ihre Führung bis ins Ziel immer weiter aus. Zweite wurden Eivind Melleby/Josh Revkin (Norwegen/USA) vor den Franzosen. Percy/Ekström hatten am Leetor eine leichte Berührung mit dem finnisch-ukrainischen Team Oskari Muhonen und Vitalij Kushnir, was ihnen einen Penalty eintrug. Davon ließen sie sich allerdings nicht lange ärgern. Eher das Gegenteil trat ein: Percy/Ekström absolvierten eine meisterliche zweite Kreuz und rückten auf Platz vier vor. Muhonen/Kushnir und auch Paul Cayard/Phil Trinter (USA) segelten weit auf die rechte Kursseite hinaus.

Zu diesem Zeitpunkt war der Kampf um den wichtigen fünften Platz – der letzte im Viertelfinale, der zum Einzug ins Halbfinale berechtigte – längst voll entbrannt. Während Percy/Ekström langsam davonzogen, rückten zunächst die Brasilianer Henrique Haddad und Henry Boening auf Platz fünf vor. Hinter ihnen aber halsten Cayard/Trinter früh und holten dadurch auf, während Muhonen/Kushnir ebenfalls mit mehr Druck auf der linken Seite beschleunigten. Im Endergebnis kam es zum Bug-an-Bug-Rennen in Richtung Ziellinie, der die drei Boote mit Überlappung entgegenstrebten. Schließlich konnten sich die Brasilianer ganz knapp durchsetzen und erhielten den Applaus der Fans auf den Zuschauer-Booten in der Montagu Bucht.

Im Halbfinale wurden die besten fünf Viertelfinalisten bereits vom italienischen Steuermann Diego Negri und seinem Berliner Vorschoter Frithjof Kleen erwartet, die sich ihren Platz mit Rang zwei in der Vorrunde direkt verdient hatten. Die Brasilianer eröffneten das Rennen mit einem Frühstart, von dem sie sich nach dessen Bereinigung im Verlauf des Rennens nnie mehr erholten. Rohart/Ponsot gelang ein weiterer starker Start. Von der rechten Kursseite aus konnten sie die gesamte Halbfinalflotte passieren. Danach zogen die Franzosen davon, vergrößerten ihren Vorsprung konstant und überließen den Kampf um die Plätze zwei bis vier ihren Verfolgern.

Auf der ersten Kreuz lief es für Chiavarini/Weise auf der rechten Seite ebenfalls gut. Sie rundeten die Luvmarke nach den Franzosen als Zweite, verfolgt von Melleby/Revkin und Percy/Ekström. In den ultrleichten Winden konnten sich im weiteren Verlauf Melleby/Revkin auf Platz zwei vorschieben. Von da an warren alle Augen auf den Kampf um Platz drei im Halbfinale gerichtet, weil den dahinter liegenden Teams das Aus drohte. In dieser Situation wendeten Percy/Ekström beim Runden der Luvmarke zu dicht in Lee von Negri/Kleen und kassierten dafür einen weiteren Penalty. Dennoch konnten sie sich vor Chiavarini/Weise halten.

Als schon alles verloren schien, brachten Percy/Ekström auf dem letzten Amwind-Abschnitt mit einer frühen Halse noch einmal alles in Bewegung. In den extrem leichten Winden blieben Negri/Kleen in einem Windloch hängen, während Percy/Ekström erfolgreicher darin waren, die Windgötter zu beschwören und Negri/Kleen überholten. Die Ziellinie erreichten Melleby/Revkin als Zweite hinter den Franzosen. Percy/Ekström verdienten sich das dritte und letzte Ticket für das Finale.

Zum SSL Finale 2019 sagte SSL Präsident Xavier Rohart: „Diese Woche ist wirklich gut gelaufen. Heute ist es für nahezu alle Typen von Regattaseglern möglich aufzukreuzen und wettbewerbsstark dabei zu sein. Wir haben jetzt das richtige Format um die besten Segler der Welt zu ermitteln. Iain und Anders haben heute sicher bewiesen, dass sie es sind."

 

 

Top 10 Finalresultate

1    Iain Percy    GBR      Anders Ekström    SWE

2    Xavier Rohart    FRA      Pierre-Alexis Ponsot    FRA

3    Eivind Melleby    NOR      Josh Revkin    USA

4    Mateusz Kusznierewicz    POL      Bruno Prada    BRA

5    Lorenzo Chiavarini    GBR      Kilian Weise    GER

6    Diego Negri    ITA      Frithjof Kleen    GER

7    Henrique Haddad    BRA      Henry Boening    BRA

8    Oskari Muhonen    FIN      Vitalii Kushnir    UKR

9    Paul Cayard    USA      Phil Trinter    USA

10    Eric Doyle    USA      Payson Infelise    USA

 

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