Der erste Hafen für alle News

Home > Verbände > Star Class > Negri und Kleen katapultieren sich beim SSL-Finale an die Spitze

Enthaltene Tags:

Negri und Kleen katapultieren sich beim SSL-Finale an die Spitze

 Artikel drucken
Negri und Kleen katapultieren sich beim SSL-Finale an die Spitze

Starke Winde haben den zweiten Tag beim Finale der Star Sailors League (SSL) geprägt, in dem im Traumrevier der Bahamas die „Stars der Segelwelt" ermittelt werden.

advertising

Davon profitierten erneut die erfahrensten Kräfte im prominent besetzten Feld. Die Teilnehmer liefen am Mittwoch zu drei weiteren Rennen in der Montagu Bucht aus. In ihr türkisblaues Wasser lädt der Tourismusverband der Bahamas sonst zu warmem und ruhigem Wasservergnügen ein, doch an diesem Tag schäumte die Bucht in Winden bis zu 20 Knoten aus der gleichen nordwestlichen Richtung wie am Vortag.

Zum zweiten Mal in Folge konnte sich das italienisch-deutsche Duo Diego Negri und Frithjof Kleen herausragend in Szene setzen. Mit den Rängen 1-2-4 katapultierten sich Starboot-Routinier Negri und sein Berliner Vorschoter Kleen, der das SSL-Finale 2017 mit dem britischen Laser-Olympiasieger Paul Goodison gewonnen und 2018 mit Negri Platz drei erobert hatte, an die Spitze der mit Segelstars gespickten Flotte. Mit nur acht Zählern auf dem Konto führen Negri/Kleen das Zwischenklassement der Qualifikation zur Halbzeit souverän an, haben sich nach insgesamt fünf Wettfahrten bei einem Streichergebnis bereit neun Punkte Vorsprung vor Doppel-Olympiasieger Mateusz Kusznierewicz (Polen) und seinem Vorschoter Bruno Prada (Brasilien) erarbeitet.

Zum erneuten Wettfahrtsieg im ersten Rennen des Tages sagte Kleen: „Wir haben auf die rechte Kursseite gesetzt, hatten dann eine deutliche Führung und mussten das einfach ins Ziel bringen." Über die bislang gezeigte Galavorstellung seiner Crew sagte der Erfolgsvorschoter vom Verein Seglerhaus am Wannsee: „Wir haben eine herausragende Geschwindigkeit. Die ist sicher auch unserem neuen Segeldesign von Fritz Segel, also von Werner Fritz und seinem Sohn Daniel aus München zu verdanken. Vor dem Wind tun wir uns manchmal noch etwas schwer. Wenn die Boote mit mehr Druck von hinten rankommen, dann ist es nicht leicht zu verteidigen. Wir arbeiten hart und haben den richtigen Rhythmus. Wir segeln konstant und nicht zu aggressiv, hoffen, die Top Ten halten zu können. Für die kommenden Tage sieht es so aus, als könnte der Wind etwas leichter werden. Bis zum Finale sind es noch sechs Rennen. Wir geben weiter Vollgas und hoffen, dass daheim auch alle mitfiebern."

Im zweiten Rennen des Tages nahm der Wind am Mittwoch auf zehn bis zwölf Knoten ab. In diesen Bedingungen kam das britisch-schwedische Duo mit den beiden Starboot-Legenden Iain Percy und Anders Ekström am besten mit den Drehern zurecht und führte an der ersten Luvmarke, wurde aber intensiv von Negri und Kleen gejagt. Doch die folgten den Spitzenreitern in achtsamer Verteidigung ihres zweiten Ranges um dieselbe Tonne des Leetors und beide Teams erreichten die Ziellinie schließlich in dieser Reihenfolge. Für Percy/Ekström war es der erste Tagessieg, nachdem sie am Dienstag eine schon sicher geglaubte Führung im Zielduell mit dem Neuseeländer Hamish Pepper und Pedro Trouche noch verloren hatten.

Für Percy und Ekström kam der Rennsieg nach verpatzter erster Wettfahrt am Mittwoch gerade recht. Percy sagte später: „Um ehrlich zu sein: Der Wind war heute sehr stark und meine Muskeln einfach nicht dafür gemacht! Wir haben heftige Böen erlebt und ich konnte das Großsegel nicht dichtholen. Also haben wir einen Sonnenschuss fabriziert. Das ist mir im Starboot zum ersten Mal in meinem Leben passiert! Anders ist baden gegangen, aber er konnte sich festhalten. Da hat es natürlich gutgetan, dass wir im nächsten Rennen zurückschlagen konnten."

Segellegende Paul Cayard ist der älteste Teilnehmer der Flotte, sieht aber aus wie einer der fittesten. In bemerkenswerter Weise waren es der amerikanische Volvo-Ocean-Race-Sieger und sein Vorschoter Phil Trinter, die das dritte Rennen des Tages für sich entscheiden konnten. Da hatte der Wind schon wieder auf fast 20 Knoten zugenommen. Das US-Duo eroberte die Führung beim Passieren des Lee-Tors, entschied sich für die bevorzugte rechte Seite der zweiten Kreuz und beeindruckte mit derselben harten Arbeit wie auf der ersten Kreuz. Cayard sagte: „Es herrschten sehr drehende Winde da draußen. Wir haben uns entschieden, weit auf die rechte Seite rauszugehen. Für eine Weile sah das gar nicht so gut aus. Doch als der Wind zurückdrehte, konnten wir die ganze Flotte passieren. Das hat uns die letzte Wendemarke in zweiter Position runden lassen. Wenn so etwas allerdings nicht passiert, dann bist du tot. Das Segeln in diesen Drehern und Böen ist eine sehr unbeständige Angelegenheit."

Mit den Rängen 4-14-1, wovon sie das mittlere streichen konnten, katapultierten sich Cayard/Trinter mit nur zwei Punkten Rückstand auf Kusznierewicz/Prada auf Platz drei im Zwischenklassement. Neben Negri/Kleen war die polnisch-brasilianischen Weltmeister die einzigen an diesem zweiten SSL-Finaltag, die mit ihren Rängen 3-9-2 ausschließlich einstellige Ergebnisse einfuhren. Sie hatten das Feld zum Auftakt der ersten Wettfahrt angeführt und kamen am Ende als Dritte ins Ziel. „Heute ging es nicht um die richtigen Einstellungen, sondern eher um die Technik, das Boot gut zu fahren", sagte Kusznierewicz, „dazu haben wir ein sehr ausgeglichenes Gewinner-Boot mit neuen Segeln."

Unter den Neulingen bei diesem SSL-Finale bleibt der jüngste Teilnehmer 2019 eine auffallende Erscheinung: Der erst 22 Jahre alte Finne Oskari Muhonen, der bereits zweimal den Finn Silver Cup der Junioren gewinnen konnte und Ivor Nassau mit Vitalij Kushnir aus der Ukraine segelt, punktete in den letzten beiden Rennen des Tages mit zwei fünften Rängen. Die anderen beiden Youngster, der 25-jährige Brite Lorenzo Chiavarini und sein gleichaltriger bayerischer Vorschoter Kilian Weise, beeindruckten die erfahrene Konkurrenz mit einem dritten Rang in der letzten Wettfahrt des Tages. Chiavarini sagte: „Wir haben uns zunächst schwergetan, eine freie Bahn für uns zu finden, die uns in eine gute Position bringt. Dann aber haben wir auf dem letzten Vorwind-Abschnitt viele Meter auf die vor uns liegende Gruppe gutmachen können."

Der starke Auftritt von Chiavarini/Weise kam zur rechten Zeit, denn unglücklicherweise hatten sie zuvor in Folge ihres gebrochenen Vorstags zwei Rennen nicht beenden beziehungsweise gar nicht starten können. Dass sie am Mittwochabend dennoch im Zwischenklassement auf Platz zwölf lagen, bezeugt die bislang gezeigten herausragenden Leistungen.

Für Donnerstag sind drei weitere Rennen angesetzt, die erneut um 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit) beginnen und live übertragen werden. Die Winde sollen nachlassen und könnten dafür sorgen, dass in veränderten Bedingungen neue Gesichter an der Spitze auftauchen werden.


Top 10 Resultate nach 5 Rennen:
1    Diego Negri    ITA    Frithjof Kleen    GER    8
2    Mateusz Kusznierewicz    POL    Bruno Prada    BRA    17
3    Paul Cayard    USA    Phil Trinter    USA    19
4    Eivind Melleby    NOR    Josh Revkin    USA    20
5    Iain Percy    GBR    Anders Ekström    SWE    23
6    Oskari Muhonen    FIN    Vitalii Kushnir    UKR    23
7    Hamish Pepper    NZL    Pedro Trouche    BRA    24
8    Fredrik Lööf    SWE    Brian Fatih    USA    29
9    Xavier Rohart    FRA    Pierre-Alexis Ponsot    FRA    32
10    Eric Doyle    USA    Payson Infelise    USA    37

starsailors.com
finals.starsailors.com
 

Latest news