Kreiselstabilisierung und Systemintegration: Die Evolution von Quick Gyro

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19/01/2026 - 11:45

Jeder technologische Fortschritt, der die Lebensqualität an Bord spürbar verbessert, wird schnell zum Standard. In der Welt der Motoryachten ist die Stabilisierung ein solcher Fall: Einmal erprobt, möchte man nicht mehr darauf verzichten. In einer Branche, die zunehmend auf Digitalisierung und Systemintegration setzt, gehören Kreiselstabilisatoren zu den Innovationen, die den realen, täglichen Komfort von Eignern und Besatzungen am stärksten beeinflusst haben. Der Grund: Die Systeme können das Rollen – also die Bewegung, die das Boot abwechselnd nach Steuerbord und Backbord zur Seite neigen lässt – drastisch reduzieren, sowohl während der Fahrt als auch vor Anker.

Neben Flossensystemen, die traditionell auf großen Yachten eingesetzt werden und besonders während der Fahrt effektiv sind, hat sich die Kreiseltechnologie als vielseitige Lösung etabliert, die für ein breites Spektrum von Booten geeignet ist. Das Funktionsprinzip ist Fachleuten bekannt: Eine rotierende Masse bei hoher Geschwindigkeit erzeugt, entsprechend gesteuert, ein Kreiselmoment, das dem Rollen des Bootes entgegenwirkt und es drastisch reduziert. Für den Endnutzer ist das Ergebnis unmittelbar und konkret: eine stabilere Navigationsplattform, sowohl vor Anker als auch bei langsamer Fahrt, mit deutlichen Vorteilen in Bezug auf Komfort, Sicherheit und Nutzbarkeit der Räume.

In diesem Szenario steht die Entwicklung der Quick Gyro Stabilisatoren, die von der Quick Group um eine präzise technische Lösung herum konzipiert wurden, die sie auf dem Markt hervorhebt: die Rotation der Masse um eine horizontale Achse. Diese Wahl ermöglicht es, mechanische Belastungen zu reduzieren, Reibung zu begrenzen und folglich die Wärmeentwicklung zu verringern. Aus diesem Grund erfolgt die Kühlung durch natürliche Dissipation, ohne dass Seewasserkreisläufe, Rumpfdurchlässe oder dedizierte Pumpen erforderlich sind. Das Ergebnis ist ein kompaktes, zuverlässiges, energieeffizientes System, das im Vergleich zu komplexeren Lösungen einfacher zu installieren und zu warten ist.

Diese Eigenschaften haben den Anwendungsbereich der Quick Gyro nach und nach erweitert und sie nicht nur für traditionelle Motoryachten geeignet gemacht, sondern auch für kleinere Einheiten wie Day Cruiser, Open-Boote, Walkarounds und Tender, unabhängig von Rumpfform oder Konstruktionsmaterial. Besonders geschätzt auf Flybridge-Yachten – wo die Höhe des Schwerpunkts das Rollen verstärkt – finden die Kreiselstabilisatoren heute auch breite Anwendung beim Sportfischen, wo Stabilität ein entscheidender Faktor ist, und beim geselligen Cruisen, wo das Leben auf dem Boot vor Anker bedeutet, dies ohne ständige Seitenbewegung zu tun.

Über die Quick Gyro Produktreihe haben wir mit Ing. Lorenzo Mongiardo, Innovationsdirektor der Quick Group, gesprochen.

„Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit an neuen Systemen ist eine der Aktivitäten, die die Quick Group am meisten charakterisieren, ein Unternehmen, in dem wir es gewohnt sind, weit vorauszuschauen, Innovationen zu schaffen und sie denjenigen zur Verfügung zu stellen, die Boote bauen und vor allem denjenigen, die sie dann kaufen und nutzen. Doch auch das, was bereits in unseren Preislisten steht, auch die sehr erfolgreichen Produkte sind Gegenstand unserer ständigen Aufmerksamkeit, die zu ihrer ebenso ständigen Verbesserung führt. Auch wenn die vertraute äußere Ästhetik beibehalten wurde – so Mongiardo – haben die Quick Gyro Stabilisatoren im Laufe der Jahre ein bedeutendes Update erfahren. Die Eingriffe betrafen umfassend mechanische und elektrische Komponenten sowie Steuerungslogiken und konzentrierten sich auf fünf Schlüsselbereiche: Lärmreduzierung, Gewichtsoptimierung, Begrenzung des Stromverbrauchs, Verkürzung der Anlaufzeiten und Einführung fortschrittlicherer Steuerungsalgorithmen.

Auf operativer Ebene – fügte der Ingenieur hinzu – führen diese Verbesserungen zu leiseren, energieeffizienteren Stabilisatoren, die schneller ihre volle Betriebsbereitschaft erreichen. Bei den Modellen X13, X16 und X19 beispielsweise wurde die Spool-up-Zeit – also die Zeit, die das Schwungrad benötigt, um von der Startphase bis zur optimalen Rotationsgeschwindigkeit zu beschleunigen und maximale Stabilisierungswirkung zu gewährleisten – um über 30 % reduziert, ein keineswegs marginaler Aspekt für Kapitäne und Eigner, die in kurzer Zeit eine wirksame Stabilisierung wünschen. Die Einführung einer ECO-Funktion ermöglicht es zudem, den Verbrauch weiter zu optimieren, indem der Betrieb des Kreisels an die tatsächlichen Betriebsbedingungen angepasst wird."

Wir haben Ing. Mongiardo dann gefragt, wie die Zukunft dieser Technologie aussieht und wohin sich die Innovation der Quick Group hauptsächlich orientiert.

„Parallel zur Evolution der einzelnen Produkte hat die Quick Group eine zunehmend ausgeprägte systemische Vision entwickelt, verkörpert durch das SeaCentric System, das bald in seiner endgültigen Form das Licht der Welt erblicken wird. Es handelt sich nicht einfach um eine Steuerungsschnittstelle, sondern um eine Plattform, die verschiedene Bordsysteme koordiniert und harmonisiert: Quick Gyro Kreisel, Viator Flossen, Intercepta Interzeptoren, bis hin zur Integration mit den Antriebs-, Steuer- und Manövrierlösungen von XENTA und den Bugstrahlrudern von Quick Nautical Equipment."

Welche Vorteile ergeben sich für den Bootnutzer?

„Für Eigner und Kapitäne liegt der Wert von SeaCentric in der Fähigkeit, unterschiedliche Technologien innerhalb einer einzigen Betriebslogik miteinander kommunizieren zu lassen und so ein Niveau totaler Integration zu ermöglichen. Das System passt das Stabilisierungsmanagement automatisch an die Navigations- oder Ankerbedingungen an und bietet eine flüssige und optimale Kontrolle, die keine Eingriffe seitens der Besatzung erfordert. Die Weiterentwicklung der Algorithmen ermöglicht zudem Multi-Gyro-Konfigurationen, also die Installation mehrerer Kreiselmaschinen, die besonders nützlich für Mehrrumpfboote oder Boote sind, bei denen räumliche Einschränkungen die Aufnahme großer Modelle nicht zulassen, wodurch Präzision und Vielseitigkeit erhöht werden."

Diese Konvergenz zwischen Stabilisierung, Steuerung und Antrieb spiegelt eine klare Marktrichtung wider: die Nachfrage nach intelligenten, integrierten und zuverlässigen Systemen, die das Erlebnis an Bord verbessern, ohne es zu verkomplizieren. In diesem Kontext positioniert der Ansatz der Quick Group – der technische Entwicklung, Aufmerksamkeit für die reale Anwendung und digitale Integration kombiniert – Quick Gyro und SeaCentric nicht nur als Stabilisierungslösungen, sondern als zentrale Elemente eines neuen Konzepts von Komfort und Kontrolle an Bord.

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