Vendée Arctique 2026: Ambrogio Beccaria siegt nach beeindruckender Aufholjagd

16/06/2026 - 07:39 in Sport by Press Mare

Die dritte Ausgabe der Vendée Arctique – Les Sables d’Olonne endete mit einem unvorhersehbaren Finale, das die Kräfteverhältnisse nach mehr als acht Tagen Solosegeln auf IMOCA-Yachten grundlegend veränderte. Die Regatta, die am 7. Juni gestartet war, führte die Skipper erstmals in der Geschichte des Rennens bis zum nördlichen Polarkreis, den sie auf einer frei gewählten Länge überqueren mussten, bevor sie nach Les Sables-d’Olonne zurückkehrten.

Entscheidend für das Endergebnis war ein ausgedehntes Gebiet mit sehr schwachen Winden kurz vor dem Ziel, das die Spitzenpositionen völlig neu ordnete. Ambrogio Beccaria auf der IMOCA Allagrande Mapei nutzte diese Situation mit einer beeindruckenden Aufholjagd, übernahm am Montagabend die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab.

Der Italiener überquerte die Ziellinie um 03:07:50 Uhr (französische Zeit) und absolvierte die Regatta in 8 Tagen, 14 Stunden, 5 Minuten und 50 Sekunden. Sein Erfolg krönte ein äußerst spannendes Rennen, in dem er zwischenzeitlich auf den fünften Platz zurückgefallen war, nachdem er vor der Küste Irlands zu einem technischen Eingriff unter den Rumpf tauchen musste. Anschließend arbeitete er sich Position um Position nach vorne und sicherte sich schließlich den Sieg bei seiner ersten Solo-Regatta an Bord von Allagrande Mapei.

Den zweiten Platz belegte Sam Goodchild auf MACIF Santé Prévoyance. Der französisch-britische Segler galt vor dem Start als einer der Favoriten und hatte die Flotte bereits in der ersten Nacht in Führung übernommen. Über weite Strecken des Rennens verteidigte er die Spitzenposition, ehe ihn die Flaute auf den letzten Meilen entscheidend ausbremste. Goodchild erreichte das Ziel um 04:22:53 Uhr mit einem Rückstand von 1 Stunde, 15 Minuten und 3 Sekunden auf den Sieger. Trotz der Enttäuschung über den verlorenen Sieg bestätigt das Ergebnis seine Konstanz bei den wichtigsten Offshore-Regatten der vergangenen Jahre.

Das Podium komplettierte Violette Dorange auf Initiatives-Cœur. Die französische Skipperin erreichte das Ziel um 05:23:53 Uhr nach 8 Tagen, 16 Stunden, 21 Minuten und 53 Sekunden Rennzeit und lag damit 2 Stunden, 16 Minuten und 3 Sekunden hinter Beccaria. Während der gesamten Regatta hielt sie sich konstant in der Spitzengruppe und profitierte in der Schlussphase zusätzlich von einer 12-Stunden-Strafe gegen Élodie Bonafous, wodurch sie den dritten Platz übernehmen und bis ins Ziel behaupten konnte. Für Dorange ist es das erste Podiumsergebnis seit ihrem Einstieg in die IMOCA-Klasse im Jahr 2023.

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