Die Aktionärsstruktur der Ferretti Group befindet sich weiterhin in Bewegung, während sich der italienische Yachtbauer einer Phase nähert, die sich als entscheidend für seine zukünftigen Unternehmensgleichgewichte erweisen könnte. Die jüngste Entwicklung ist der Einstieg von Biglari Holdings, einer an der New York Stock Exchange notierten US-Holdinggesellschaft, die bekannt gegeben hat, über verbundene Unternehmen eine Beteiligung von 3,4% an der italienischen Gruppe erworben zu haben.
Die Transaktion erfolgt in einem bereits sehr dynamischen Moment für die Eigentümerstruktur des Unternehmens. Am Montag, den 16. März, beginnt das freiwillige teilweise Übernahmeangebot, das von KKCG Maritime, dem Vehikel der Gruppe des tschechischen Unternehmers Karel Komárek, lanciert wurde. KKCG hält derzeit 14,5% des Kapitals von Ferretti und beabsichtigt im Rahmen des Angebots bis zu 52.132.861 Aktien, entsprechend etwa 15,4% des Kapitals, zu 3,50 Euro je Aktie zu erwerben, um eine Gesamtbeteiligung von 29,9% zu erreichen. Die Transaktion zielt nicht auf ein Delisting der Gesellschaft ab.
Hinter der Investition steht Sardar Biglari, ein US-amerikanischer Unternehmer und Investor geboren 1977 in Teheran, der in jungen Jahren mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten zog und sich später in Texas niederließ.
Biglari ist Gründer und Chief Executive Officer von Biglari Holdings, einer diversifizierten Holdinggesellschaft, deren Investitionsstrategie auf langfristige Beteiligungen an Unternehmen ausgerichtet ist, die als stabile industrielle Plattformen gelten. In der Mitteilung zum Erwerb der Beteiligung an Ferretti betonte das Unternehmen, dass die italienische Gruppe eine einzigartige Plattform im Luxus-Yachting-Sektor darstellt, mit einem Portfolio historischer Marken wie Riva, Pershing, Ferretti Yachts, Itama, CRN, Custom Line und Wally.
Der Einstieg von Biglari erfolgt in einer Aktionärsstruktur, die in den letzten Monaten zunehmendes Interesse internationaler Investoren verzeichnet hat.
Der Hauptaktionär bleibt die chinesische Gruppe Weichai, die Ferretti über Ferretti International Holding mit 39,25% des Kapitals kontrolliert. Neben dem Mehrheitsaktionär hat sich schrittweise eine Gruppe von industriellen und finanziellen Investoren mit bedeutenden Beteiligungen gebildet. Dazu zählen Danilo Iervolino mit etwa 5,2%, Piero Ferrari mit rund 4,6%, die Familie Bombassei mit etwa 2%, der kuwaitische Unternehmer Bader Nasser Al-Kharafi mit 3%, Biglari Holdings mit 3,4% sowie KKCG Maritime mit 14,5% vor dem Start des Angebots.
Dieses Geflecht von Beteiligungen wird eines der zentralen Elemente im Prozess sein, der mit dem Übernahmeangebot von KKCG, beraten von UniCredit, Somerley und Clifford Chance, eröffnet wird. Komárek zielt darauf ab, seine Präsenz im Kapital zu stärken und eine bedeutende Rolle in der Governance des Konzerns zu übernehmen.
Reaktion des Marktes
Die Ankündigung des Einstiegs von Biglari Holdings erfolgte an einem negativen Tag für die Finanzmärkte. Zu diesem Zeitpunkt lag die Aktie der Ferretti Group bei –1,54%, in einem allgemein schwachen Marktumfeld an der Börse Mailand, wo der Leitindex zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels um –1,33% um 16:00 Uhr nachgab.
Die Entwicklung der Eigentümerstruktur und das Ergebnis des Übernahmeangebots werden daher entscheidende Schritte für die zukünftige Governance und die industrielle Strategie des Konzerns darstellen. Um zu verstehen, welche Richtung Ferretti in den kommenden Monaten einschlagen wird, wird es vor allem wichtig sein zu beobachten, wie sich die verschiedenen Investoren positionieren und ob sich zwischen den Aktionären mögliche Allianzen oder Konvergenzen bilden. Von diesen möglichen Gleichgewichten wird in hohem Maße die zukünftige Governance des Konzerns aus Forlì abhängen.