Ferretti International Holding (FIH), Mehrheitsaktionär von Ferretti und vollständig im Besitz der Weichai Group, hat jüngste Spekulationen in Medien und Analystenberichten entschieden zurückgewiesen und als ungenau und irreführend bezeichnet.
Die Stellungnahme erfolgt im Zusammenhang mit dem freiwilligen bedingten Teilübernahmeangebot von Kkcg Maritime, das erneut Aufmerksamkeit auf die Governance und die strategischen Perspektiven des Yachtbaukonzerns gelenkt hat.
FIH wies insbesondere Vorwürfe zurück, wonach das Unternehmen Wachstumsinitiativen oder mögliche Fusionen und Übernahmen behindert habe. Diese Aussagen seien sachlich falsch und unbegründet.
Rolle von Weichai beim Turnaround des Konzerns
Zur Einordnung seiner Rolle erinnerte Weichai daran, dass der Konzern 2012 bei Ferretti eingestiegen ist, als sich das Unternehmen in einer schwierigen finanziellen Lage befand, mit einem Umsatz von rund 300 Millionen Euro und erheblichen Verlusten.
Nach Angaben der Holding wurden seither Kapitalzuführungen in Höhe von insgesamt 470 Millionen Euro geleistet, die den Weg zu einer nachhaltigen Profitabilität unterstützten.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe Umsätze von rund 1,23 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 90 Millionen Euro, getragen von einem Auftragsbestand mit mehrjähriger Visibilität.
Industrielle Expansion und Produktionsbasis in Italien
Das Wachstum des Konzerns wurde auch durch Investitionen in Italien begleitet. Zu den wichtigsten Projekten zählt die Übernahme und Entwicklung der Werft San Vitale in Ravenna, die zwischen 2023 und 2024 mit einem Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro umgesetzt wurde und eine Steigerung der Produktionskapazität um etwa 30% ermöglichen soll.
Ferretti erreichte zudem den Meilenstein einer Doppelnotierung, zunächst an der Börse Hongkong im Jahr 2022 und anschließend an Euronext Milan im Jahr 2023.
Corporate Governance
FIH stellte außerdem klar, dass seine Rolle als Mehrheitsaktionär nicht bedeutet, einseitige Anweisungen für die operative Führung des Unternehmens zu erteilen.
Strategische Entscheidungen würden ausschließlich über den Verwaltungsrat und den Chief Executive Officer getroffen, im Einklang mit den Vorschriften der beiden Börsenplätze, den Unternehmensstatuten sowie den etablierten Best Practices der Corporate Governance.
Spekulationen über das Angebot von Kkcg Maritime
Abschließend äußerte die Holding Bedenken über einige kursierende Gerüchte im Zusammenhang mit dem Teilübernahmeangebot von Kkcg Maritime, insbesondere hinsichtlich möglicher Ergebnisse der Transaktion, vermuteter Abstimmungsabsichten der Aktionäre und zukünftiger strategischer Entwicklungen.
FIH betonte, dass diese Kommentare in einer regulierten Phase verbreitet wurden, und erklärte, sich das Recht vorzubehalten, ihre Interessen in geeigneter Weise zu schützen, während gleichzeitig Fragen nach den Quellen dieser Aussagen aufgeworfen wurden.