Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat bestätigt, ein unverbindliches Angebot für die Übernahme von German Naval Yards Kiel (GNYK) vorgelegt zu haben, einer deutschen Werft mit Sitz in Kiel, die sowohl im militärischen Schiffbau als auch im Bau großer Yachten tätig ist.
Die Nachricht wurde von TKMS selbst in einer Erklärung gegenüber SuperYacht Times bestätigt, in der die Gruppe präzisierte, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen laufen und das Ergebnis offen bleibt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurden weder die wirtschaftlichen Bedingungen noch die strategischen Elemente der Transaktion bekannt gegeben.
TKMS, eine neue Phase nach dem Spin-off
TKMS wurde im Oktober 2025 zu einem unabhängigen Unternehmen, nachdem es von der Muttergesellschaft Thyssenkrupp abgespalten wurde. Seitdem hat die Gruppe eine Expansionsphase eingeleitet, die mit der steigenden Nachfrage nach Systemen und Plattformen für die Marineverteidigung einhergeht.
In diesem Kontext fügt sich das Interesse an German Naval Yards in eine umfassendere Strategie der industriellen und produktiven Stärkung ein. TKMS hat erklärt, in naher Zukunft eine Entscheidung über die mögliche Übernahme zu erwarten.
German Naval Yards: zwischen Verteidigung und Superyachten
German Naval Yards Kiel, kontrolliert von der französischen Gruppe CMN Naval, beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und ist im Bau von Militäreinheiten, Spezialschiffen und Superyachten tätig.
In den letzten Monaten stand die Werft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wegen zwei bedeutender Projekte im Segment der großen Yachten:
· Project ELF, eine 114,1 Meter lange Superyacht, für die der Bauvertrag im Oktober 2025 unterzeichnet wurde;
· Project KOA, ein 93-Meter-Konzept, das im Dezember 2025 vorgestellt wurde.
Zwei Programme, die die Fähigkeit der Werft bestätigen, an komplexen Plattformen und Dimensionen zu arbeiten, die für den Megayacht- und Gigayacht-Bereich typisch sind.
Ein Interesse, das über TKMS hinausgeht
Laut Reuters befindet sich auch die britische Industrie- und Verteidigungsgruppe Inocea in Verhandlungen über die Übernahme der Werft. Ein Element, das verdeutlicht, wie German Naval Yards einen strategischen Wert in einer Phase darstellt, in der europäische Verteidigungsunternehmen versuchen, ihre Produktionskapazitäten rasch zu stärken.
Das wachsende Interesse an GNYK spiegelt tatsächlich einen umfassenderen Trend wider: die Integration zwischen militärischem Schiffbau, fortschrittlicher Marinetechnologie und Baukapazitäten, die auch im Segment der großen Yachten anwendbar sind.
Offene Szenarien
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich die Transaktion noch in einer vorläufigen Phase. Das Angebot von TKMS ist unverbindlich und die Parteien haben noch keine formelle Struktur für die eventuelle Übernahme definiert. Die Tatsache jedoch, dass mehrere Industriegruppen an der Werft interessiert sind, deutet darauf hin, dass German Naval Yards zu einem der strategischen Knotenpunkte der Neuorganisation des europäischen Schiffbaus werden könnte.
Für den Superyacht-Sektor könnte die Entwicklung der Eigentumsverhältnisse der Kieler Werft direkte Auswirkungen sowohl auf die Kontinuität der laufenden Programme als auch auf zukünftige Industriestrategien im Zusammenhang mit großen Custom-Projekten haben.