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Boot 2020: Die besten Segel- und Motorboote des Jahres gekürt

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Boot 2020: Die besten Segel- und Motorboote des Jahres gekürt
Boot 2020: Die besten Segel- und Motorboote des Jahres gekürt

Bereits eine Nominierung zur „Europäischen Yacht des Jahres“ oder zum „Europäischen Motorboot des Jahres“ ist für Werften eine besondere Bestätigung ihrer erfolgreichen Arbeit. 

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Am Samstagabend wurden auf der FLAGSHIP NIGHT, dem maritimen Branchentreff des Delius Klasing Verlages und der „Boot“ Düsseldorf, die Preisträger der renommierten Auszeichnungen „European Yacht of the Year 2020” und „European Powerboat of the Year 2020“ bekanntgegeben. Neben der Vergabe der „Bootsbau-Oscars“ wurde auf dem maritimen Branchenevent auch noch eine Persönlichkeit für heraus-ragende Leistungen im Wassersport mit dem SEAMASTER-Award 2020 geehrt

Große Bühne für Europas beste Motorboote und Segelyachten. In insgesamt zehn Kategorien wurden am gestrigen Samstagabend die „Bootsbau Oscars“ vergeben. Vor mehr als 450 geladenen Gästen wurde auf der FLAGSHIP NIGHT zum 17. Mal die internationale Auszeichnung „European Yacht of the Year“ und zum 14. Mal das „European Powerboat of the Year“ gekürt. Wer die renommierten Preise entgegennehmen darf, entscheidet eine Fach-Jury aus den Testleitern und Chefredakteuren der führenden zwölf Segel- und acht Motorboot-Magazine Europas.

Jedes Jahr kommen in Europa rund 50 neue Segelboote auf den Markt. Doch nur fünf Werften dürfen sich mit dem Titel „European Yacht of the Year 2020“ schmücken. Die umfangreiche Test-Phase für die Jury-Mitglieder der zwölf Segel-magazine aus Norwegen (Seilmagasinet), Schweden (Båtägande), Großbritannien (Yachting World), Niederlande (Zeilen), Schweiz (marina.ch), Frankreich (Voiles et Voiliers), Spanien (Nautica y Yates), Dänemark (Bådmagasinet), Österreich (Yachtrevue), Italien (Vela e Motore), Finnland (Vene) und Deutschland (YACHT) fand im Oktober vor Port Ginesta südlich von Barcelona statt.

Alle 16 Kandidaten wurden dabei intensiv getestet und bewertet. Insgesamt segelten die Fach-Journalisten eine Woche lang rund 2.500 Seemeilen mit den nominierten Yachten, mehr als 4500 Kilometer. Alle Entscheidungen werden von der Mehrheit der Jury getragen; eine Nationalitäten-Klausel verhindert, dass die Juroren Kandidaten aus dem eigenen Land bevorteilen. Die Auswahl für die jeweilige Yacht des Jahres spiegelt dabei das Geschehen am Gesamtmarkt wider, wo der aktuelle

Trend einerseits hin zu immer größeren, individuell eingerichteten und mit zahlreichen Extras ausgestatteten Yachten geht; andererseits sind sportliche Yachten diesmal so präsent wie lange nicht. Erstaunlich ist die drückende Dominanz französischer Kandidaten. Seit 2004 konnten französische Werften 31-mal den Titel „European Yacht of the Year“ einheimsen. Zum Vergleich: Deutschland und Italien, die beiden nächstplatzierten Herkunftsländer, brachten es im gleichen Zeitraum zusammen nur auf 16 Titel.

In der Kategorie der Family Cruiser siegte in diesem Jahr die Beneteau Oceanis 30.1. Die bei Konzerntochter Delphia Yachts in Polen gebaute Fahrtenyacht bietet bei kompakten Außenmaßen erstaunlich viel Wohnlichkeit und Komfort, urteilt die Jury. Auch ihre Segeleigenschaften und die Verarbeitungsqualität konnten über-zeugen. Ein handliches, zudem erschwingliches Einstiegsmodell für vier Segler.

Bei den nominierten Performance Cruisern gewann die X 4.0. Das Boot aus Dänemark vereint alle Tugenden, mit denen die renommierte Werft X-Yachts groß geworden ist. Es bietet jede Menge leicht abrufbare Leistung – nebst sehr gediegenem und wohnlichem Ausbau.

In der Kategorie Luxury Cruiser konnte sich die Amel 60 durchsetzen. Ihr sehr geräumiges Mittelcockpit, fast vollständig überdacht von einem Deckshaus, bietet maximalen Schutz vor Wind und Wetter, zugleich aber auch eine lässige Chill-out-Zone. Unter Deck begeistert der sehr hochwertige und stilistisch gelungene Ausbau mit drei geräumigen Doppelkabinen und einem hellen, gut strukturierten Salon, der einem Fünf-Sterne-Hotel nicht nachsteht.

Bei der Nominierung der aktuellen Kandidaten zeigte sich, dass das Angebot an schnellen, leicht bedienbaren Rennyachten größer denn je ist. Um dem gerecht zu werden, schuf die Jury eine neue, eigene Kategorie (Regatta-Yachten). In dieser Gruppe holte die Dehler 30 OD aus Greifswald den Titel. Die Marke hat eine weit zurück reichende Tradition von Racern und knüpft mit dem für kleine Crews optimierten Boot wieder an alte Erfolge an. Die Dehler 30 OD ist sehr leicht gebaut, sehr konsequent konzipiert und das derzeit attraktivste Modell seiner Art.

Mit dem Innovation-Award kürte die Fachjury die ClubSwan 36, das jüngste Modell der Nobelmarke Nautor. Die Finnen haben mit ihr eine radikal moderne Renn-maschine vorgestellt, das aktuell aufregendste Boot aus Serienfertigung.

Es verfügt über alle Zutaten des Hightech-Yachtbaus – von den extremen Rumpflinien bis hin zu einem Carbon-Flügel in Schiffsmitte, der sich per Leinenzug in Position bringen lässt und unter Wasser Auftrieb erzeugt. Je schneller die Fahrt, desto größer der hydrodynamische Effekt. Die ClubSwan 36 wird mit zunehmender Geschwindigkeit quasi immer „leichter“ – und damit noch rasanter. „Es fühlt sich so an wie auf einem fliegenden Teppich“, sagt Jochen Rieker, Chefredakteur des Magazins YACHT und Vorsitzender der Fachjury. „Das Erstaunlichste ist, dass die ClubSwan ihre beeindruckenden Leistungswerte ohne jede Tücke oder Nervosität abliefert.“

Ebenso spannend verlief die Vergabe der Preise zum „European Powerboat of the Year 2020“ für Motorboote. Die Fachjury besteht hier aus den Chefredakteuren und Testverantwortlichen von den acht führenden europäischen Motorboot-Medien aus Norwegen (Båtliv), Italien (Boatmag.it), Frankreich (Neptune), Niederlande (Motorboot), Spanien (Nautica y Yates), Schweiz (marina.ch), Österreich (Yachtrevue) und Deutschland (BOOTE).

Mehr als 200 neue Bootsmodelle erscheinen jährlich auf dem Motorboot-Markt. Auf dem Yachting Festival in Cannes im September nominierten die Motorboot-Experten mit Hilfe eines ausgeklügelten Punktesystems aus dieser Vielzahl von Neuvorstellungen ihre 23 Top-Kandidaten. Neben den üblichen Qualitätsmerkmalen eines Bootes, wie beispielsweise der Verarbeitung oder den Fahreigenschaften, spielen die Raumaufteilung, das Gesamtkonzept und das Preis-Leistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle bei der Auswahl und Bewertung der Juroren. Häufig sind es auch innovative und ausgefallene Ideen, die am Ende zu einer Auszeichnung in einer der vier Längen-Klassen sowie der längenunabhängigen Verdrängerklasse führen und eine Werft jubeln lassen.

In der kleinen Klasse Motorboote bis 8 Meter hatte am Ende die Silver Tiger DCz die Nase vorn. Die Silver Tiger DCz zeichnet sich durch ihre guten und sicheren Fahreigenschaften sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Darüber hinaus bietet sie aufgrund des rundherum geschlossenen Cockpits ein Höchstmaß an Sicherheit für die gesamte Crew.

Boote der Klasse Motorboote bis 10 Meter müssen vor allem praktische Lösungen, eine gute Verarbeitung und ein sicheres Handling auf allen Gewässern vorweisen können. In dieser Kategorie erhielt die Beneteau Flyer 10 die Auszeichnung. In der Flyer 10 wurden viele Ideen aus größeren Yachten erfolgreich auf die 10-m-Klasse übertragen. Sie ist ein gelungener Mix aus Dayboat und Cruiser.

Bei der Abstimmung in der Klasse Motorboote bis 14 Meter überzeugte die Pardo 38. Die Pardo 38 verfügt über ausgezeichnete Fahreigenschaften gepaart mit einer rundherum gelungenen Verarbeitung. Sie ist in den Augen der Jury der perfekte Daycruiser im Großformat.

In der Klasse Motoryachten bis 20 Meter Bootslänge entschied sich die Jury für die Solaris Power 48 Open. Mit ihrem zweiten Modell ist die Solaris-Werft endgültig in der Welt der Motorboote angekommen. Die Verarbeitung setzt, ebenso wie das Design, Maßstäbe in dieser Bootsklasse. Hinzu kommen ausgeglichene Fahreigenschaften. Die klappbaren „Cockpit-Terrassen“ sind ein weiteres Highlight der Solaris Power 48 Open.

In der längenunabhängigen Verdrängerklasse ging der „European Powerboat of the Year“-Award 2020 an die Vedette Navigator 35. Die Jury meint: Die Vedette Navigator ist die moderne Umsetzung des klassischen Stahlboot-Konzeptes. Material- und Verarbeitungsqualitäten sind durchweg gut.

Der Innovation-Award 2020 im Rahmen der „Powerboat of the Year“-Kür ging in diesem Jahr an den Volvo Penta DPI-Antrieb. „Erneut setzt Volvo Penta Maßstäbe in der Antriebstechnologie. Die hydraulische Kupplung der DPI-Antriebe ermöglicht verschleißarme und geräuschlose Schaltvorgänge und erhöht so die Lebensdauer der Z-Antriebe. Darüber hinaus sorgt die elektrische Lenkeinheit für höheren Komfort und Fahrsicherheit im Praxisbetrieb“, fasst BOOTE-Chefredakteur Torsten Moench die Jury-Begründung für den Preisträger in dieser Kategorie zusammen.

Auf der FLAGSHIP NIGHT 2020 wurde zudem zum achten Mal der SEAMASTER-Award verliehen. Mit dieser Auszeichnung ehren die „Boot“ Düsseldorf und der Delius Klasing Verlag eine Persönlichkeit, die im Wassersport besondere Akzente setzt. Der Preis geht 2020 an den deutschen Profi-Segler Boris Herrmann.

Er sorgte vorigen Sommer mit einem Transatlantik-Törn für weltweite Schlagzeilen, bei dem er Greta Thunberg emissionsfrei zum UN-Klimagipfel in New York brachte. 800 Millionen Menschen verfolgten die Zielankunft im Fernsehen und Live Streams im Internet – mehr als bei jedem anderen Segelereignis bisher. Boris Herrmann war damit der wichtigste Botschafter für den Wassersport im vergangenen Jahr.

Auch 2020 will der erfolgreiche Segelsportler wieder für Furore sorgen. Am 8. November wird Boris Herrmann als erster Deutscher mit der Yacht „Malizia II“ an der prestigeträchtigen Vendée Globe - einer Non-Stop-Regatta für Einhand-Segler - teilnehmen.

Die Laudatorin für den SEAMASTER-Award, Dee Caffari, zählt ihrerseits zu den Top-Profis der Hochsee-Szene. Als erste Frau der Welt gelang ihr vor 2006 eine Solo-Nonstop-Weltumsegelung gegen die vorherrschende Windrichtung, also von Ost nach West, um alle sturmumtosten Kaps der Südhalbkugel. Seither ließ sie drei weitere Projekte folgen, die sie alle erfolgreich bestand: einmal einhand bei der Vendée Globe, zweimal mit Crew beim Volvo Ocean Race.

Der SEAMASTER-Jury gehören die Chefredakteure der Magazine BOOTE, BOOTE EXCLUSIV, YACHT und SURF an. Den Jury-Vorsitz haben Delius Klasing-Verleger Konrad Delius und Petros Michelidakis, Director „Boot“ Düsseldorf.

Ausführliche Berichte zu allen Siegern und der FLAGSHIP NIGHT 2020 folgen in YACHT 4/2020 (ab 29. Januar im Handel) und BOOTE 3/2020 (ab 19. Februar im Handel) sowie auf den Online-Portalen yacht.de, boote-magazin.de sowie unter 

www.powerboat-award.com 

und 

www.europeanyachtoftheyear.com

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