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boot Düsseldorf: Die Evolution der Segelyacht 2019

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boot Düsseldorf: Die Evolution der Segelyacht 2019

Moderne Designs für schnelles Reisen und komfortables Wohnen

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Die Evolution des Segelyachtdesigns wird von den großen Werften in der Saison 2019 konsequent fortgeführt. Die modernen Boote sind einfach zu bedienen, bieten durch große Segelfläche und ein hohes aufrichtendes Moment ein enormes Leistungspotenzial, vernachlässigen aber in keiner Weise den Komfort.

Die boot Düsseldorf bietet einen unvergleichlichen und umfassenden Überblick über die Trends und Neuentwicklungen. Sowohl die großen, international führenden Bootsmarken als auch zahllose kleinere Werften und Yachtbauer aus aller Welt nutzen die einmalige Plattform der boot für die Präsentation ihrer Segelboote.

Rumpfdesign - Anleihen bei den Racern unverkennbar

Den übersichtlichen Deckslayouts stehen große Lounge-Bereiche und umfangreiches technisches Equipment im Cockpit wie auch unter Deck gegenüber. Ausgeklügelte Lichtkonzepte machen die Wohnbereiche hell und luftig. Die Yachten sind gebaut, um das Reisen unter Segeln schnell und komfortabel zu gestalten und im Hafen zum perfekten Heim zu mutieren. Aber es gibt auch die individuellen Konzepte, die sich vom Mainstream abheben.

Die Anleihen der frischen Yachten an den Designs aus dem Regattasport sind unverkennbar: schmale Bugformen gehen keilförmig in ein breites Mittschiff und einen fast ebenso breiten Heckbereich über. Der Steven fällt steil ab, das Heck läuft in den meisten Fällen flach aus, so dass eine lange Wasserlinie entsteht. Die Knicke in den Rümpfen sind oft nur angedeutet. Chines in den Heckbereichen der Rümpfe sollen aber weiterhin für eine hohe Stabilität sorgen. Gerade Yachten mit breiten Heckpartien profitieren davon, wenn bei Lage das zusätzliche Volumen ins Wasser taucht. Das sorgt für Auftrieb und lässt den Steuermann in Luv nur in geminderter Form auf und ab fahren.

Diese Designmerkmale ziehen sich durch alle Schiffsgrößen. Selbst die traditionsbewusste Werft von Hallberg Rassy hat sich diesem Trend verschrieben und setzt mit der HR57 den Weg fort, der bereits mit der HR44 und der HR340 eingeschlagen wurde. Viele weitere junge Yachten setzten auf diese charakteristischen Rumpf-Merkmale: Sei es die 508 aus dem Hause Hanse, die Arcona 435, die Sunbeam 46.1, die Wauquiez Pilot Saloon 42, die Oceanis 46.1, die Grand Soleil 48 Performance oder die Dufour 390 Grand Large. Die Liste ließe sich leicht weiter fortsetzen.

Die X4⁶ und die Solaris 44 können ihr hohes Performancepotenzial, das sie auch auf der ORC-Regattabahn entfalten können, nicht verhehlen. Selbst die trailerbare Coast 250 minimiert die Rumpf-Keilform auf eine Länge von unter acht Metern. Allerdings ist die 7,50 Meter lange Yacht von Swallow Yachts deutlich kantiger und baut höher auf, was sie als Cruiser im Kleinformat ausweist. Die Chines ziehen sich hier über den gesamten Rumpf und sorgen für Platz unter Deck.

Ein wahrer Charakterkopf ist die Mojito 10.88: Ecken und Kanten im Rumpf sind die charakteristischen Merkmale der Französin. Auch die frische 39er aus dem jungen Hause Bente setzt als Multi-Knickspanter klare Eckpunkte im Rumpfdesign. Die nach vorn gereckte Bugpartie der Bente kommt zudem fast schon als Wave-Piercer daher.

Rumpfanhänge als Designelement

Auffällig bei den modernen Yachten ist der vielfach fest ins Boot integrierte Bugspriet. Auf die Gestaltung der Bugverlängerung haben die Designer in fast allen Werften viel Zeit investiert. So ist aus dem Dorn ein ästhetisches Accessoire und multifunktionelles Tool geworden. Denn der Bugspriet ist nicht nur Anschlagpunkt für Gennaker oder Code Zero, sondern ist auch Aufnahme für den Anker. Das erleichtert erheblich die Arbeit an Bord. Niemand muss mehr zum Bedienen des Ankers auf dem Bug herumturnen. Am gewählten Ankerplatz fällt das schwere Stück auf Knopfdruck aus seiner eigens gestalteten Halterung und wird genauso bequem wieder in sie eingefahren.

Unter Wasser setzen die Yacht-Designer einen schweren Kontrapunkt zum hohen Segelplan. Die tiefgehenden Kielfinnen mit schweren Kielbomben sorgen für ein hohes aufrichtendes Moment und machen die große Performance der Yachten überhaupt erst möglich. Vielfach sind die Kielkonfigurationen aber variabel wählbar, um die Yacht auf die eigenen Reviere anzupassen. Beispielhaft sind die beeindruckenden Kiele der Bente 39 und der Solaris 44. Bei nur 12 Meter Schiffslänge reicht der Performance-Kiel der Bente auf 2,65 Meter herab. Die Solaris setzt auf einen Ballast von 3600 kg auf einer Tiefe von 2,60 Meter bei einem 13,5-Meter-Schiff.

Bei der Gestaltung der Ruder fordern die breiten Hecks ihren Tribut. Vielfach sind die Yachten mit einem Doppelruder ausgestattet oder benötigen wie im Falle der Hanse 508 ein sehr tiefgehendes Ruder, um stets steuerbar zu bleiben. Die Nachteile des Doppelruders in der Manövrierfreudigkeit bei Motorfahrt werden durch zusätzliches Equipment wie ein Bugstrahlruder kompensiert.

Deckslayout - Aufgeräumt & gut strukturiert

Viele freie Flächen und hohe Funktionalität auch für kleine Crews – das sind die Kriterien des modernen Yachtbaus. Im Bugbereich gibt es bei den aktuellen Designs eigentlich keinen Grund mehr zu arbeiten. Sämtliche Leinen, Strecker und Schoten werden verdeckt ins Cockpit geführt, um dort vom Skipper oder kleiner Crew bedient zu werden. Die Vorsegel sind mit Rollanlagen ausgestattet, um schnell und flexibel auf jede Windänderung reagieren zu können. Wen es doch einmal auf den vorderen Decksbereich zieht, der findet hier eine ebene Fläche ohne Stolperfallen. Die modernen Decksluken sind bündig in das Deck eingelassen; Beschläge, Blöcke und Klampen sind so geschickt verbaut oder versenkt, dass sie nicht stören.

Dynamischer Look durch flache Aufbauten

Die Silhouette der Yachten ist zudem in den meisten Fällen sehr flach, die Kajütaufbauten erheben sich nur leicht ansteigend aus dem Deck, bieten zudem an den Seiten reichlich Platz, um nahezu barrierefrei das Schiff zu umrunden. Dieses Design macht das Kajütdach mitunter zur Liegefläche – sei es im Hafen oder bei gemütlicher Segeltour auch auf See. Auffällig anders geben sich hier die Mojito 10.88 und die Bente39. Während die Französin ihre Kantigkeit durch eine vergleichsweise hoch aufragende Kajüte unter Beweis stellt, wurde für die Bente gleich die Deckshaus-Variante gewählt. Dem Vorbild einer Imoca folgend baut sich das Deckshaus wie ein Schutzschild vor der Cockpitcrew auf, bietet damit auch bei schwerer See guten Schutz und hat durch die Rundumverglasung sogar einen 360°-Panoramablick. In allen Fällen wird durch zahlreiche Fenster und Luken viel Licht ins Innere der Yacht gelassen.

Klare Aufteilung - Work Stations vs. Living Space

Die Leinenführung und die Instrumenten-Paneele am Steuerrad machen es möglich, dass die Yachten sich in Arbeits- und Freizeitbereich trennen lassen. Mit wenigen Ausnahmen haben sich die Designer dafür entscheiden, den Skipper im Heck der nach Achtern offenen Yacht zu platzieren. Klarer Trend dabei: das Doppelsteuerrad. Auch dies ein Effekt der breiten Yachten. So hat der Steuermann auf der Luvseite jeweils eine gute Übersicht über alle Gäste und das gesamte Schiff. Zudem bleibt in der Schiffsmitte ein komfortabler Durchgang in den vorderen Cockpitbereich, der sich durch breite Lounge-Areale auszeichnet.

Einen eigenen Weg verfolgt Hallberg Rassy. Die schwedische Werft hat der 57er ein sehr geschütztes Mittelcockpit verpasst, in dem der Steuermann nahe der Windschutzscheibe am Doppel-Steuerrad agiert. Eine Steuerrad-Position, die auch Saffier für seinen Daysailor SE37 Lounge aufgreift. Vor Anker oder im Hafen wird das Cockpit zur perfekten Freizeitzone. Die große Fläche, viele Sitzgelegenheiten, große Tische sowie Wetbar und BBQ gehören auf vielen Yachten zum Standard.

Die klappbare Badeplattform öffnet zudem wie bei der Grand Soleil 48 oder der HR57 die Dinghi-Garage, um die Flexibilität vor Anker oder im Hafen noch zu erhöhen. Die Franzosen von IDB Marine bringen sogar das Kunststück fertig, der elf Meter langen Mojito 10.88 einen Platz für das Beiboot im Heck zu verpassen. Das geht zwar zu Lasten des Innenraums, passt aber in das Konzept der Yacht aus der Bretagne. Denn schon mit ihrem flexiblen Tiefgang durch den Schwenkkiel ist die Mojito darauf ausgelegt, sehr universell genutzt zu werden.

Speed auch für Cruiser - leistungsstarke Riggs mit Reff-Optionen

Die leistungsstarken Riggs sind bereit, viel Tuch zu tragen. Tuch, das aber bei Bedarf auch schnell wieder gerefft werden kann. Furler-Anlagen für die Vorsegel – auch für Gennaker oder Code Zero – sind Standard. Teils haben die Konstrukteure ihren Yachten auch die Möglichkeiten für zusätzliche Stagsegel verpasst wie auf der Sunbeam 46.1 oder der Bente 39. Schnelles Agieren ist auch für die Großsegel Trumpf. Lazy Bags, Rollanlagen in den Masten oder Bäumen sorgen dafür, dass die Segel schnell gerefft und im Hafen ohne viel Aufwand und zusätzlichen Platzbedarf sauber verstaut sind.

Viel Individualität unter Deck

Der Individualität in der Gestaltung des Lebensbereichs in Salon und Kajüte sind kaum Grenzen gesetzt. Die Werften bieten unterschiedliche Layouts an, um die Yachten mit komfortabler Eignerkabine oder zahlreichen Kojen für große Crew auszustatten. Luken und Fenster lassen viel Licht herein, die speziellen Materialien gewähren aber von außen kaum einen Blick in das Yachtinnere. Die breiten Yachten machen es zudem möglich, unter Deck auch noch großzügige Nasszellen und Küchenzeilen zu installieren, die dem Komfort im eigenen Heim kaum nachstehen. Kurzum: Moderne Yachten bieten sowohl über als auch unter Deck ausreichend Platz zur individuellen Entfaltung. Damit wird das Reisen für die ganze Familie, mit Gästen oder großer Crew zum Erlebnis, bei dem niemand auf seine persönlichen Vorlieben verzichten muss und alle dennoch Gemeinsamkeit erfahren.

 

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