Motoryacht-Trends 2020

Motoryacht-Trends 2020

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Hebel auf den Tisch und Vollgas voraus – so einfach ist die Welt der Motorboote schon lange nicht mehr gestrickt. Heute geht es eher stilvoll, komfortabel und auch schon mal leise zur Sache.

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Stilvoll, komfortabel & leise

„Silent Yachts“ von Michael Köhler haben sich das gleich als sinngebenden Namen zugelegt. Der Motorkatamaran „Silent 55“ jedenfalls hat sich in der Praxis ausgiebig bewährt. Angetrieben von Elektromotoren, gespeist aus Batterien, die über Solarpaneele geladen werden – und die auch alle anderen Verbraucher an Bord, vom Kühlschrank bis zur Navigations-elektronik mit der benötigten Energie versorgen. Ein faszinierendes Konzept, dieser „Sonnensegler“ mit unbegrenzter Reichweite und echter Autonomie.

Die gegenüber den Silent-Kats schon 

rein stilistisch deutlich konservativer wirkenden Monohulls von Greenline setzen dagegen vor allem auf eine Hybrid-Technologie, allerdings sind die Boote auch als reine Elektroboote oder reine Verbrenner mit, je nach Grösse, Benzin oder Dieselmotoren zu haben. Denn das ist das Besondere an dieser Werft: Greenline-Typen gibt es in einer grossen Vielfalt, von 10 bis 20 Meter Länge, als Runabout, Tourenyacht, Halbgleiter, oder auch Verdränger.

Design im Fokus

Ein sehr stilvolles Boot: Die Shortbreak von Ganz Boats. Auch bei diesem offenen Boot für den entspannten Tag auf dem See, mit Tisch, Liegefläche und Badestufe im Heck, ist Vielseitigkeit angesagt. Zu haben ist das clever designte Boot mit Diesel-, Elektro- oder Hybridantrieb, mit Wellenanlage oder Pod-Drive. Oder mit Aussenbordmotor, wahlweise elektrisch oder als Benziner, und auch noch mit Z-Antrieb in allen Varianten. Sie haben die Wahl!

Gleichzeitig edel und modern wirkt die Nerea 24, wie ein kleines Schmuckstück auf dem Wasser mit geschwungenem Teakdeck, grossem Cockpit samt Liegewiese und sogar noch brauchbarer Einrichtung unter dem Vordeck. Dort ist eine Tageskabine eingerichtet, wo sich bei Bedarf eine Doppelbett einrichten lässt – und für einen separaten WC-Raum ist auch noch Platz. Das alles in edelstem Italo-Design.

Say Yachten sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich schnelle, moderne Tender oder auch Utility-Boats, also Gebrauchsboote, immer weiterentwickeln, bis sie eine eigene Kategorie darstellen: Schnelle, teils auch schon luxuriöse Schnellboote für den Tagesausflug oder das Wochenende auf dem Wasser. Wobei Say sehr konsequent auf Speed und Design, weniger auf Luxus im herkömmlichen Sinn setzt.

Ein richtiger Eyecatcher waren die markanten Modelle der  Axopar 37 Baureihe. Sie bieten noch mehr Fahrkomfort mit verbesserter Fahrdynamik und bleiben gleichzeitig sehr reaktionsschnell und sportlich in ihrem Charakter. Drei unterschiedliche Modelle wurden vorgestellt, jedes in seinem eigenen Bereich. Ob Spyder, ST oder die innovative XC-Version: Der völlig neue, in Leistung und Handling überlegene Rumpf mit seinem intuitiven Fahrgefühl sorgt dafür, dass sich auch Bootsneulinge sicher hinter dem Steuer fühlen. Und das alles, auch wenn sein Vorgänger bereits als einer der leistungsstärksten Rümpfe auf dem Markt gilt. So lässt sich die ganze Familie sicher und mit höchstem Komfort auf grosse Fahrt mitnehmen, mit viel Platz zum Schlafen und für angenehme Momente an Bord.

Superboats: Mit dem gewissen Extra

Ein weiteres Motorboot auf Tragflügeln ist die Candela Seven aus Schweden. Was im Ruhezustand eher wie ein ganz normales, herkömmliches Runabout aussieht, entpuppt sich in Fahrt als schneller Foiler. Gebaut komplett in Kohlefaser, daher leicht und Energieeffizient, denn auch dieses Boot ist komplett elektrisch. Und mit vielen weiteren innovativen Features ausgestattet, wie automatischer Anpassung der Foils an den Seegang, einem integrierten Touch-Screen für die Bedienung und Navigation und einiges mehr. 30 Knoten erreicht das Boot, eine ökonomische Geschwindigkeit liegt bei 19 bis 23 Knoten, womit das Boot eine Reichweite von 50 Seemeilen haben soll – plus eine Reserve von acht Seemeilen bei absolutem Sparbetrieb und drei Knoten um im Notfall nach Hause zu schleichen.

Eine andere Weltpremiere auf der „boot“ war die Invictus GT 320 Atelier. Dieses Modell der italienischen Werft demonstriert eindrucksvoll das Mass der Individualisierung, die jedes Boot hier erfahren kann. Das ohnehin schon exklusiv und futuristisch anmutende Styling dieses Bootes erhält durch die Personalisierung in der Atelier-Version ein weiteres Facelift. In einem „virtuellen Labor“ konnten die Kunden von Invictus hier alle Kombinationen aus Farben, Materialien und Ausstattung visualisieren und probieren. So gerät italienisches Design zum ganz persönlichen Erlebnis.

Auch Bavaria verlässt sich auf italienisches Design, Marco Casali von Too Design hat massgeblich an der neuen Bavaria SR 41 mitgewirkt – jedoch immer in enger Abstimmung mit dem hauseigenen Entwicklungsteam der Giebelstädter Werft. Das ist die perfekte Symbiose aus Design und Praxis, ein Beispiel dafür ist die innovative „Lounge-Sun-Area“ im Heck. Als Sonnenliege bietet sie ganz klassische eine schöne Liegewiese zum Entspannen. Doch unter dem mittleren Polster verbirgt sich ein absenkbarer Tisch – entfernt man das Polster, kann man seinen Lunch direkt am Wasser geniessen. Klappt man hingegen die Rückenlehne nach hinten, wird aus der Liegewiese eine Sitzbank im Cockpit. Mit cleveren Details wie diesen ist es Bavaria gelungen, dem neuen Boot ein Maximum an Raum und Komfort zu verleihen.

Bavaria Yacht kündigte an der boot überraschend den Schritt in ein neues Marktsegment an. Bereits im September soll das erste Modell der Bavaria Day Cruiser Line mit Aussenborder in der Werft in Giebelstadt vom Band laufen. Basis für das neue Modell ist die 10,99 Meter lange Greenline Neo von SVP Yachts aus Slowenien. Alle Rechte an der Konstruktion der Neo, sowie die Formen und Werkzeuge wurden nun von Bavaria Yachts gekauft.

Diese und andere Boote auf der Messe zeigten ganz deutlich: Die Welt der motorgetriebenen Wasserfahrzeuge war noch nie so bunt und vielfältig wie heute.